Spielermacht vs. die 65-Spiele-Mühle
Die National Basketball Players Association ist nicht glücklich, und ehrlich gesagt, viele Fans auch nicht. Ihr jüngstes Ziel? Die 65-Spiele-Regel der NBA für die Berechtigung zu Auszeichnungen am Ende der Saison. Die NBPA hat kürzlich klargestellt, dass sie Änderungen wünschen, und sie haben eine ziemlich überzeugende Fallstudie in Cade Cunningham. Der Guard der Detroit Pistons spielte in dieser Saison 62 Spiele und erzielte durchschnittlich 22,7 Punkte, 7,5 Assists und 4,3 Rebounds. Er war in Topform und zeigte in seinem dritten Jahr eine echte Entwicklung, aber da er drei Spiele zu viel verpasst hat, ist er nicht mehr im Rennen um All-NBA-Ehren oder sogar den Most Improved Player.
Es ist eine frustrierende Situation für alle Beteiligten. Für Cunningham ist es ein Schlag ins Portemonnaie – eine All-NBA-Nominierung hätte ihm bei seinem nächsten Vertrag zusätzlich 40 Millionen Dollar einbringen können. Für die Pistons ist es ein Schlag für die Anerkennung ihres Franchise-Spielers. Und für die Fans ist es eine weitere Komplexität in einer ohnehin schon verwirrenden Auszeichnungslandschaft. Es geht hier nicht nur um Cunningham, obwohl er im Moment das Aushängeschild ist. Joel Embiid, der amtierende MVP, spielte in dieser Saison nur 39 Spiele. Er wäre nach der aktuellen Regel nicht spielberechtigt gewesen. Letztes Jahr spielte er 66 Spiele und übertraf die Marke nur knapp.
Die Absicht vs. die Auswirkungen
Die Liga führte die 65-Spiele-Schwelle ein, um Stars zu ermutigen, mehr zu spielen, um das "Load Management" zu bekämpfen und sicherzustellen, dass die Fans die besten Spieler auf dem Spielfeld sahen. Commissioner Adam Silver hat sich lautstark dafür eingesetzt, die reguläre Saison bedeutungsvoll zu halten. Und bis zu einem gewissen Grad hat es funktioniert. Weniger gesunde Ausfälle wurden in diesem Jahr gemeldet. Aber die unbeabsichtigte Folge ist die Bestrafung von Spielern für legitime Verletzungen oder sogar kleinere Beschwerden, die sie für ein oder zwei Wochen außer Gefecht setzen. Cunningham verpasste Spiele aufgrund einer Knieverletzung, die er im Januar erlitt. Er saß nicht nur aus, um sich auszuruhen.
Die Sache ist die, 65 Spiele fühlen sich willkürlich an. Warum nicht 60? Oder 70? Die MLB verlangt 502 Plate Appearances für einen Batting Title, eine spezifische, quantifizierbare Metrik. Die Regel der NBA fühlt sich wie ein stumpfes Instrument an. Sie unterscheidet nicht zwischen einer kleinen Anpassung und einer saisonbeendenden Verletzung. Schauen Sie, ich verstehe den Wunsch der Liga, dass Stars spielen. Wir alle wollen Nikola Jokic und Luka Doncic jede Nacht auf dem Spielfeld sehen. Aber Basketball ist ein Kontaktsport. Verletzungen passieren. Und manchmal braucht ein Spieler ein paar zusätzliche Tage, um sich von einem verstauchten Knöchel oder einem überdehnten Knie zu erholen.
Was ist die Lösung?
Die NBPA fordert nicht, die Regel vollständig abzuschaffen. Sie schlagen Änderungen vor. Vielleicht ein gestaffeltes System, bei dem ein Spieler 65 Spiele für den MVP benötigt, aber 60 für All-NBA. Oder vielleicht eine "Härtefallklausel" für Spieler, die aufgrund einer einzigen, langfristigen Verletzung erhebliche Zeit verpassen. Denken Sie zurück an Kevin Durants MVP-Saison 2013-14, als er alle 82 Spiele bestritt. Das war eine andere Ära. Das Spieltempo ist jetzt schneller, die Athleten sind größer, stärker, und der Verschleiß ist real.
Meine gewagte These? Die 65-Spiele-Regel sollte für All-NBA- und All-Defense-Teams abgeschafft werden. Bei diesen Auszeichnungen geht es um Leistung, nicht um Verfügbarkeit. Wenn ein Spieler in 55 Spielen historische Zahlen auflegt, sollte er anerkannt werden. Für den MVP könnte man die 65-Spiele-Regel beibehalten, aber sie zu einer harten Grenze ohne Ausnahmen machen. Der MVP sollte der Spieler sein, der nicht nur auf Elite-Niveau spielt, sondern sein Team auch während des Großteils der Saison konstant anführt. Andernfalls bestrafen wir Spieler nur für Pech und berauben verdiente Personen der Anerkennung und erheblicher Einnahmen. Die Liga und die Spieler müssen hier bald einen Mittelweg finden. Diese Diskussion wird nicht verschwinden, besonders mit einem neuen CBA am Horizont.