Sie haben den Trend gesehen. „Iris“ von den Goo Goo Dolls beginnt zu spielen, und dann ist es eine Montage der besten Jahre einer Person. Für viele von uns sind das nur alte Fotos aus der Schulzeit. Aber wenn Serena Williams und Shaquille O'Neal mitmachen? Das ist eine ganz andere Ebene der Nostalgie. Es erinnert an eine Zeit, als diese Titanen gerade erst begannen, ihre Legenden zu schmieden, oder, im Fall von Shaq, bereits auf dem besten Weg waren, den Korb zu beherrschen.
Serenas Clip beginnt mit einer 16-Jährigen mit Babyface, die mit Perlen und einem aggressiven Aufschlag im Doppel mit Venus bei den Australian Open 1998 spielt. Sie verloren in der zweiten Runde gegen Lindsay Davenport und Natasha Zvereva, aber man konnte das Feuer bereits sehen. Ein Jahr später überraschte sie Martina Hingis und gewann den US Open Einzeltitel 1999, ihren ersten Grand Slam. Das war nicht nur ein Sieg; es war ein Warnschuss, der die Ankunft der wohl größten Sportlerin aller Zeiten ankündigte. Wir sprechen von einer Spielerin, die schließlich 23 Grand-Slam-Einzeltitel sammeln würde. Ihre 1990er Jahre waren der Prolog zu einer Geschichte von beispielloser Kraft und mentaler Stärke.
Shaqs Einstieg in das Meme war purer Diesel. Er ist bereits eine Naturgewalt, die alles, was sich bewegt, dunkt. Seine Clips zeigten seine frühen Orlando Magic-Tage, eine Flut von monströsen Dunks und zerbrochenen Korbrettern. Erinnern Sie sich an sein Rookie-Jahr 1992-93? Er erzielte durchschnittlich 23,4 Punkte und 13,9 Rebounds und wurde Zweiter bei der Wahl zum Rookie des Jahres hinter Christian Laettner. Das ist eine absurde Leistung für einen 20-Jährigen. Er führte die Liga 1994-95 mit 29,3 Punkten pro Spiel an und führte die Magic in die NBA Finals gegen die Rockets. Hakeem Olajuwon fegte sie weg, klar, aber Shaq war gerade erst warmgelaufen. Er war nicht nur ein Scorer; er war ein kulturelles Phänomen, veröffentlichte Rap-Alben und spielte in Filmen wie „Kazaam“ mit, während er die Liga dominierte.
Das Ding ist, wenn man sich die 90er-Highlights dieser Jungs ansieht, merkt man, wie sehr sich der Sport verändert hat. Es gibt eine rohe, fast unbeschwerte Qualität in ihren frühen Leistungen. Serenas Aggression fühlte sich revolutionär an. Shaqs körperliche Dominanz war einfach unübertroffen. Heute fühlt sich alles so strukturiert, so analysiert, so *optimiert* an. Wir haben Analysen für alles, spezielle Diäten, Erholungsprotokolle, die an wissenschaftliche Experimente grenzen. Spieler sind Produkte von Systemen, oft gehandelt, bevor sie wirklich das Gesicht eines Franchise werden können.
Sehen Sie, ich verstehe es. Das Spiel entwickelt sich weiter. Aber manchmal möchte man einfach nur sehen, wie ein Spieler die größte Bühne betritt und einfach *übernimmt*, ohne dass es sich wie eine perfekt ausgeführte Unternehmensstrategie anfühlt. Die 90er haben uns das in Hülle und Fülle beschert. Jordan, Tiger, Gretzky – sie haben nicht nur gewonnen; sie haben ihren Willen und ihre Persönlichkeit dem Sport aufgezwungen. Serena und Shaq hatten, selbst in ihrer Jugend, die gleiche magnetische Anziehungskraft.
Und ehrlich gesagt vermisse ich diese Art von unverfälschter Dominanz. Die heutigen „Superteams“ fühlen sich oft eher wie sorgfältig zusammengestellte LEGO-Sets an als wie organische Naturgewalten. Meine gewagte These? Wir werden in mindestens zwei Jahrzehnten keinen anderen Athleten sehen, der die kollektive Vorstellungskraft und die schiere, unbestreitbare sportliche Überlegenheit eines jungen Shaq oder Serena einfängt. Sie waren anders gebaut, und ihre 90er-Jahre-Ichs beweisen es.